Heimat ist, was quer liegt

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In der "Kunstherberge Birkenau", Giesing, ist bis zum 22.Mai genau zu besichtigen, was Stadtviertel verlieren, wenn sie sich modernisieren. Alles, was meist quer zu den bekannten Maßstäben Optimierte Immorendite, bester Wohnstandard, Ökoökobauweise, höchste Übersichtlichkeit, Sauberkeit und Ordnung existiert: nämlich Heimat.

Es gibt ja kaum ein Wort, das den Blutdruck ambitionierter Architekten und Stadtplaner mehr belastet als "Heimat". Wer den sensiblen Begriff heute noch unbekümmert und am lautesten definiert, ist die Tourismusindustrie, die die vermarktbaren Anteile herausdestilliert und als unverwechselbares Kaufkriterium bewirbt, oder die Immobilienmakler, für den gleichen Zweck. Dabei findet sich Heimat oft gerade im Unspektakulären, Leisen, Menschlichen.
In der Birkenau, einem alten, kleinhäuslerischen Teil von Giesing, werden bald die letzten Häuser aus der Zeit um 1850 verschwinden. Die beiden Objekte, Birkenau 10 und 12, liegen nicht nur quer zu den ordentlich gereihten übrigen Häusern, sondern auch quer zu Denkmalschutzbestimmungen. Nach denen sind sie zu verändert, um unter das Dach des Denkmalschutzes zu kommen. Also werden sie gekauft und abgerissen.
Nur um also Heimat in diesem Fall zu beschreiben: Heimat sind/waren in der Birkenau die selbstgebaute Veranda, die Werkstatt, die selbstrenovierte Wohnung, das zusammengeflickte Dach, der ausgebesserte Hof. Fast alles, was man nutzt oder ansieht, spricht zu einem und verlangt Respekt: Die Werkstatt, die alte Türe, ein 1000 Mal genutzter Waschtisch, die liebevoll und manchmal greislich renovierten Zimmerchen. Und ein Loch in der geschlossenen Häuserfront.
Deutlich wird auch, dass eine Voraussetzung für Heimat manchmal heißt: Eher wenig Geld haben. Und dass es quer zum bürgerlichen Geschmack- oder Kulturbegriff liegt. Was sich auch ganz erholsam anfühlt, wen man durch das Anwesen streift.
Immerhin haben die Häuser das Glück, mit dem Design- und Architekturbüro Binnberg und den Organisatoren Christoph Nicolaus und Dr. Marietta Schürholz engagierte Paten gefunden zu haben. Der Untergiesinger Uwe Binnberg will die Geschichte der Häuser und ihrer Bewohner nochmal "in Ehren zu Wort kommen lassen" und dann auf dem Gelände familienfreundliche Wohnungen errichten. Schon sein Umbau des Hochbunkers, gleich um die Ecke an der Lorrain Straße, wurde 2003 mit einer Kunstaktion eingeleitet. Bis zum Beginn der Baumaßnahmen stellt er die Häuser der Öffentlichkeit für verschiedene und vielfältige Kunstereignisse zur Verfügung und sorgt zu deren Durchführung auch für eine finanzielle Ausstattung.
Aber nicht nur statische Ausstellungen, sondern auch lebendige Performances, Installationen und Kurse werden dort angeboten, bis Mai diesen Jahres. Dann ist Schluss mit liebenswertem Verhau, Bastelei, Zeitzeugnissen, feuchten Mauern und ungenutztem Luftraum.
Nach dem Erhalt der beiden Anwesen ist hier sicher die zweitbeste Lösung gelungen: Das Alte aufnehmen, und was Schönes, Neues draus zu machen, ist jedenfalls nicht die Schlechteste.
Alle Infos auf der sehr schwarzen, sympathisch verwucherten Website www.kunst-im-bau.org

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